Bibliche Ausarbeitungen

Was - Lösegeld oder Begnadigung?


Das Unvermögen den Unterschieds zwischen Lösegeld und Begnadigung zu erkennen führte zu beachtenswerter Verwirrung des Verständnisses über diesen Gegenstand. Christliche Menschen durchschnittlicher Intelligenz fahren Textstellen an, die sich auf unser Erkaufen aus dem Grabe, unsere Erlösung vom Tode, unser Erkaufen mittels eines Preises, eben das kostbare Blut Christi, usw. beziehen, und sprechen im gleichen Atemzuge von des Vaters gnädiger Begnadigung aller Missetaten. Anscheinend denken nur wenige daran, obwohl es viele wissen sollten, daß Begnadigung und Lösegeld genau entgegengesetzte Bedeutung hat. Webster definiert Lösegeld mit der Bedeutung - "aus der Gefangenschaft zurückkaufen, oder durch Zahlung eines Gegenwertes freilassen."

Seine Definition von Zurückkaufen ist "Besitz zurückerwerben, zurückerlangen durch die Zahlung eines vereinbarten Preises."
Seine Definition von Begnadigung ist - "die Strafe erlassen, oder es zu erdulden es ohne Strafe zu belassen, von der Ausführung der Strafe abzusehen"

Mit allgemeinsten Verständnis muß man sehen, daß diese Wörter in der Bedeutung soweit wie nur möglich auseinandergehen, und daß sich beide nicht auf den gleichen Gegenstand beziehen können. Wenn Jesus uns durch die Bezahlung eines Gegenwertes zurückkauft oder loskauft, und so unsere Befreiung vom Tode sichert, dann begnadigt unser Vater uns nicht. Das heißt, daß Er es nicht erduldet, daß unsere Sünden ohne Strafe vorübergehen; wie nun aber die Schrift erklärt, legte Er auf Jesus (der unsererfreiwilliger Stellvertreter wurde) unser aller Ungerechtigkeit (Jes. 53:6). Folglich begnadigt Gott nicht (sieht von der Strafe ab); da "Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften (l Kor. 15:3).
Die Hauptursache der Schwierigkeit geht aus der Tatsache hervor, daß die Ausdrücke vergeben und begnadigen austauschbar benutzt wurden, und allgemein als synonym betrachtet werden, während die genauen oder vorrangigen Bedeutungen dieser Wörter diese lockere Deutung nicht zulassen.

Webtster Hauptdefinition von vergeben ist - "es sein lassen, es vergessen lassen, es aufgeben, aufhören Unwillen dagegen zu spüren oder aufhören es anzurechnen, oder zu vergelten." Als zweitrangige Deutung von Vergebung zeigt Webster, die allgemein angenommene Bedeutung der Begnadigung. Aber beachte den Unterschied in der primären Bedeutung der Wörter: Begnadigung hält sich zurück eine Strafe auszuüben, während Vergebung viel weniger bedeutet, nämlich, daß Harmonie als Ergebnis einer Vereinbarung wiederhergestellt wurde, oder daß der Anspruch einem anderen übertragen wurde.
Somit sehen wir, daß das Wort Begnadigung nicht der Verfahrensweise Jehovah's mit dem Sünder entspricht, aber, daß während Er uns nicht begnadigt hat, Er uns gemäß der obigen primären Definition des Wortes vergeben hat. Man könnte sagen Gott "hörte auf' solchen Sündern Sünde "anzurechnen ", die sich an Christus als ihren Stellvertreter oder Loskäufer wandten - Welchen Gott erwies als "Sühnung [Genugtuung] für unsere Sünden [Sünden der Gläubigen]; zu sein nicht allein aber für die unseren [die jetzt annehmen], sondern auch [für alle die irgendwann annehmen] für die ganze Welt [die früher oder später alle vom adamitischen Tod gerettet werden, und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen sollen - 1 Tim. 2:4]" (1 Joh. 2:2).

Es bestand für die Rasse eine Sünden - Strafe (Tod) welche ausgeglichen werden muß, und indem Er sich selbst für die Rasse opferte, erkauft unser Herr alle mit Seinem eigenen teuren Blute (vergossene Leben - Blut). Somit sind die Ansprüche der Gerechtigkeit Gottes gegen die Rasse an den Erlöser abgetreten oder übergeben. Die Schuld des Sünders wurde nicht gestrichen, sondern sie wurde auf unseren Herrn Jesus übertragen oder übergeben, der die Schuld übernahm, Sein Leben niederlegte um Adams Strafe, den Tod aufzuheben. Soweit wie es den Vater betrifft, ist die Sünde Adams vergeben und alle unter ihr gestellten Ansprüche sind auf den Erlöser, unseren Herrn Jesus übertragen. Wie geschrieben steht: "Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben [oder übertragen]" (Joh. 5:22).
So sehen wir auch, daß als wir "mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes," es deshalb geschah, weil Er uns vergeben hat, d.h. aufhörte unsere Sünden anzurechnen, weil unser Lösegeld durch Ihn selbst gestellt wurde, der uns so geliebt hat, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab um uns zu erkaufen. So, "daß Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete (sondern seinem geliebten Sohne, der sich freiwillig als unserer Vertreter stellte - 2 Kor. 5:19). Den Menschen wurden die Sünden angerechnet bis Jesus starb; danach vergab Gott, d.h. hörte auf uns anzurechnen was durch die Aufopferung unseres teuren Erlösers oder Stellvertreters aufgehoben wurde, der für uns in der Gegenwart Gottes erschien (Hebr. 9:24). Beachte vor allem, daß Gott nicht begnadigt, d.h. "von der Ausführung der Strafe abläßt' sondern "hat ihn [unseren Erlöser] treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit` '(Jes. 53:6). "Der unsere Sünden [die Strafe davon] an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat '(I Petr. 2:24). Somit sehen wir wie Gott um Jesu willen uns bereitwillig vergab, weil Jesus Sein Leben niederlegte um die Strafe aufzuheben, die der vollen Genugtuung der Gerechtigkeit entsprach.

Die Schrift erklärt, daß Gott gestern und heute und in Ewigkeit derselbe ist, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten.
Richtigerweise forderte die Gerechtigkeit Adams Leben, denn Adam war, obwohl unerfahren so doch völlig verantwortlich. Er war vollkommen, nicht gefallen, nicht im geringsten verblendet, wurde nicht verführt (1 Tim. 2:14); und in seiner Reinheit, Unschuld und Heiligkeit mußte er kein sektiererisches System halten, unterlag keinen einfließenden Gedanken, und hatte keine kühne Theorie zu verteidigen. Er hatte vollkommenen Umgang und Gemeinschaft mit Jehovah, gab Zeugnis von seiner Macht durch seine eigenen vollkommenen Fähigkeiten, und das Gesetz Gottes war in eben seiner Natur eingraviert - er war im Fleisch das moralische Bildnis Gottes. Folglich war für den vollkommenen Adam, die willentliche Sünde gegen vollkommene und nicht in Zweifel zu ziehende Zeugnisse, im vollkommensten Sinne Sünde, und gerechterweise erhielt er die völlige Strafe - nicht Züchtigungen, sondern Tod - Auslöschung. Seitdem war er unter dieser Strafe verurteilt. Die Strafe fing mit dem Todesprozeß an, und über 5000 Jahre unterlag er der völligen Strafe seiner Übertretung, dem Tod. In aller Ewigkeit würde er tot bleiben, hätte nicht ein Stellvertreter sich selbst als Lösegeld gegeben, und seinen Platz im Tod eingenommen.
JESUS'TOD GARANTIERT ADAMS FREILASSUNG

Jesus der Sein Leben niederlegte um Adams Schuld zu bezahlen garantiert, daß die Gerechtigkeit Adam freiläßt ebenso wie Gerechtigkeit keine Ansprüche gegenüber Gefangenen hat nachdem die Schuld abgegolten ist. Dies bezieht sich auch auf Adams Rasse, welche zur Zeit seiner Sünde noch in seinen Lenden war. Denn Jesus starb als das Lösegeld (ein entsprechender Preis), ein vollkommenes menschliches Wesen mit Seiner Rasse in Seinen Lenden. Unsere einzige Hoffnung auf ewiges Leben ist in Adams Rückkauf und Freilassung, "denn da ja durch einen Menschen (der) Tod (kam), so auch durch einen Menschen (die) Auferstehung (der) Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden." (1 Kor. 15:21, 22). Laßt uns nicht annehmen, daß Gott den Einen Gerechten dazu gezwungen hat für den Ungerechten zu sterben. Die Gerechtigkeit konnte nicht die Strafe des Schuldigen auf den Unschuldigen legen es sei denn, daß eben der Unschuldige Sich selbstfreiwillig als Stellvertreter des Schuldigen stellte. Dies tat Jesus. Die Schrift erklärt, daß Er Sein Leben von Sich aus niederlegte. Dies tat Er nicht weil Er Gottes Zorn fürchtete, nicht weil Er gezwungen war, aber um der vor Ihm liegenden Freude (die Freude die Menschheit zu erlösen und wiederherzustellen, und viele Söhne zur Herrlichkeit zu bringen) erduldete Er das Kreuz (Hebr. 12:2).

Beachte nun die Griechischen Wörter - apoluo, aphiemi und aphesis - im Neuen Testament übersetzt mit Vergebung, vergeben und vergebe die die gleiche Bedeutung haben wie die entsprechenden englischen [deutschen e.A.] Wörter: oder wie Young es darstellt - "es sein lassen, es zu belassen." Beachte wohl, daß die Bedeutung nicht so ist wie einige schlußfolgern möchten - es ohne einen Gegenwert zu belassen, was das englische [deutsche e. A.] Wort Begnadigung beinhalten würde. Es ist nicht so, daß Gott den Sünder bedingungslos gehen läßt. Schriftgemäß wird aber erklärt, daß Gott den Gefangenen aus der Grube (aus dem Tode) läßt, weil Er ein Lösegeld fand (Hiob 33:24). Ja, der Mensch Christus Jesus gab Sich selbst als ein Lösegeld (einen entsprechenden Preis) für alle (1 Tim. 2:6). Deshalb sollen alle die in den Gräbern sind (Gefangene in der Grube) zur rechten Zeit die Stimme hören und hervorkommen (Joh. 5:28,29), - wenn der Erlöser Seine "große Macht ergriffen und Herrschaft angetreten hat."
Obwohl das Wort Begnadigung im Neuen Testament nicht vorkommt kommt ein griechisches Wort mit fast der gleichen Bedeutung vor - charazomai. Es deutet auf freiwilliges vergeben. Wir wollen einige Illustrationen des Gebrauchs dieses Wortes geben, wo wir sehen werden, daß sie die Darlegung, daß unser Vater nicht begnadigt, oder Sünder ohne Bedingung von der Strafe der Sünde freiläßt, nicht widersprechen sondern sie bestätigen. Insgesamt kommen die vom Wort charazomai übersetzten Wörter vergeben und vergab zwölf mal vor. Einige wollen wir anführen. "vergebt euch gegenseitig... wie auch der Herr euch vergeben hat (Kol. 3:13); "da sie aber nicht zahlen konnten, schenkte er es beiden", "dem er das meiste geschenkt hat" (Luk. 7:42, 43). Hier haben wir vier Beispiele wo freies vergeben oder Begnadigung gezeigt wird. Aber beachte, daß es nicht Jehovah ist, sondern Christus und die Jünger die freie Vergebung ausüben. Jesus war gerade dabei das Lösegeld von Simon, Maria und anderen zu bezahlen und erkennend, daß durch Seine Handlung Gerechtigkeit Genüge getan wird, konnte Er ihnen als Käufer offen vergeben. Das Ziel beim Loskauf der Sünder war genau das, daß Er sie bereitwillig von der Verurteilung der Sünde befreite. Hier sehen wir, daß wenn unser Herr Jesus nicht bereit wäre diejenigen zu begnadigen zu deren Gunsten Er Sein Leben niederlegte, wenn Er immer noch den Lohn der Sünde Adams ihnen entgegen halten würde, Sein Opfer für sie wertlos sein würde. Dies würde sie alle da belassen wo sie waren - verflucht, verurteilt. Wenn uns der Vater wiederum begnadigt hätte, wäre Christi Tot nutzlos, wertlos, so als ob er nichts bewirkt hätte. Unser Wunsch ist es, daß alle unsere Leser hiernach in der Lage sein mögen, klar den Unterschied zwischen Begnadigung und Vergebung zu schätzen, d.h. unsere Versöhnung, die ihre Grundlage im Rückkauf durch Jesus kostbares Blut hat (Kol. 1: 14).

Alle werden zugeben, daß Gott gerecht ist, wenn es nun so ist gab Er den Menschen keine zu strenge Strafe als Er Ihn das Leben entzog. Wenn diese Strafe vor 6000 Jahren gerecht war, ist sie immer noch eine gerechte Strafe, und wird in aller zukünftigen Zeit gerecht bleiben. Wenn die Strafe zu streng war, und Gott den Sünder begnadigt (ihn von der weiteren Verlängerung der Strafe befreit), würde es entweder beweisen, daß Gott zuerst ungerecht war, oder es jetzt ist. Wenn es vor 6000 Jahren wegen der Sünde richtig war der Menschheit das Leben zu entziehen, würde das Leben wiederherzustellen immer falsch bleiben, es sei denn die verkündigte Strafe würde durch die Zahlung eines gleichwertigen Preises gerecht gestrichen werden. Dies konnte nur durch das willige Opfer eines weiteren Wesens dergleichen Art durchgeführt werden, sich selbst als Stellvertreter oder Lösegeld darstellend.
Es steht geschrieben, "Da ist kein Gerechter, auch nicht einer" (Röm. 3: 10). Deshalb hat keiner der verurteilten Rasse ein Recht zum leben; und Gott konnte diejenigen nicht gerecht begnadigen und Leben geben, die Er gerechterweise verurteilt hat. Dies zu tun würde heißen, daß Gnade und Liebe Gerechtigkeit umstößt, und ein derartiger Konflikt ist in Gottes Eigenschaften nicht anzunehmen. Wenn die Liebe und Gnade Gottes den Menschen nutzen soll, müssen sie in Einklang mit Gerechtigkeit wirken. So war es auch: Liebe bewirkte das Lösegeld (1 Joh. 4: 10) und wird dieselbe Person (Christus) als ihr Werkzeug bei der Segnung der Welt benutzen.

"Gottes Gerechtigkeit steht immerfest, gleich gegründeten Bergen. "
Eben dieses Prinzip der Gerechtigkeit, welches das gesamte Wirken unseres Vaters bestimmt, ist Grundlage unseres festen Vertrauens in all Seinen Verheißungen. Die Schrift erklärt, daß Er gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten (Jak. 1: 17). Wenn Er so veränderlich wäre, die Rasse in Adams Tagen zum Tode zu verurteilen und 6000 Jahre später Seine eigene Entscheidung widerrufen würde, welche Vergewisserung könnten wir haben, daß Er in mehr oder weniger als weiteren 6000 Jahren nicht wieder wechseln würde, und uns in das Gefängnishaus des Todes zurückruft indem Er die Begnadigung einiger oder aller aufhebt? Als sündige Rasse haben wir keinerlei Grundlage für die Hoffnung eines zukünftigen ewigen Lebens, außer in der Tatsache, daß Christus für uns gestorben ist, und somit den Ansprüchen der Gerechtigkeit gegen uns genügte. Was Jehovah betritt ist uns durch Seine eigenen Vorkehrungen - durch Christus vergeben. Was nun unsere Beziehung zum Herrn Jesus betrifft, der Sein Leben für uns niederlegte, begnadigt Er freimütig alle, die zum Vater durch Ihn kommen. So weit wie es nun uns betrifft, sind die durch Gottes Plan errungenen Ergebnisse die günstigsten - für uns gibt es keinen Unterschied, so als ob der Vater uns, und das ohne ein Lösegeld bedingungslos begnadigt hat, nur daß die Kenntnis der Tatsache uns befähigt mit Gott zu rechten und zu erkennen, wie unsere Sünden obwohl blutrot, weißer als Schnee werden sollen (Jes, 1: 18), und wie Gott gerecht ist während Er uns rechtfertigt und freiläßt (Röm. 3:26). Somit haben wir für Glauben und Vertrauen eine sichere Grundlage.
GW 1996. 26